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Decodereinbau

SBB Rangiertraktor TeIII 129 von Hammerschmid in Spur N

Artikel übernommen aus dem Loki-Heft 12/2013 mit freundlicher Genehmigung von Manfred Merz (Autor) und der Loki-Redaktion

Ein wunderschöner Winzling

Rangieren in Spur N ist ein recht heikles Thema – Rangierloks, erst recht Rangiertraktoren,
in 1 zu 160 entsprechend rar. Manfred Hammerschmid hat sich getraut und den N-TeIII realisiert.

Für den leichten Rangier-, Verschiebe und Übergabedienst wurden kleine, idealerweise leistungsstarke Rangierlokomotiven benötigt. Ganz früher erledigten dies Dampfloks, später war der Antrieb über Diesel-, vermehrt aber über Elektromotor. Die (Traktor-) Ausführungen mit Elektroantrieb werden als Te bezeichnet. Diese Te wurden in vielfältigen Ausführungen von den  schweizerischen Bahngesellschaften beschafft und eingesetzt. Mit ihren Aussenrahmen und den  ausserhalb des Rahmens liegenden Kuppelstangen mit Ausgleichswellen auf den beiden  Antriebsachsen gehört der TeIII zu den besonders interessanten Vertretern dieser Lokgattung. In  den 1940er- und 50er-Jahren des letzten Jahrtausends wurden insgesamt 25 Exemplare des TeIII an  verschiedene Schweizerische Bahnverwaltungen, schwerpunktmässig an die SBB ausgeliefert. Mit  ihrer Leistung von 257kW waren die TeIII auch für kurze Übergabegüterzüge über Land gut gerüstet und somit regelmässig auch ausserhalb von Bahnhöfen auf der freien Strecke anzutreffen. Allgemeines zum Modell «Man musste wieder einmal was nettes Schweizerisches machen» war das  Resumee eines Gespräches der Herren Manfred Hammerschmid und Wolfgang Besenhart. Die Wahl  fiel auf den interessanten TeIII der Schweizerischen Bundesbahnen. Mit seinen aussenliegenden  Ausgleichswellen und den Kuppelstangen sowie seiner eigenwilligen Form, so resumierte man, konnte man einen echten Blickfang auf N-Gleise stellen und dem nach SBB-Rangiermaschinen durstenden  N-Markt anbieten. Das Modell ist nicht die erste Kooperation zwischen Hammerschmid und Besenhart. Wolfgang Besenhart, besser bekannt mit seiner Manufaktur «N-Tram», hat in der Vergangenheit schon Einiges erfolgreich in den Massstab 1 zu 160 umgesetzt und sich damit einen ausgezeichneten  Ruf in der N-Schmalspurszene erworben. Das Hammerschmid-Modell des TeIII ist in folgenden  Varianten greifbar:

  • Te III, grün, Loknummer 121 (Artikelnummer 17121)
  • Te III, braun, Loknummer 129 (Artikelnummer 17129)
  • Te III, braun, Loknummer 134 (Artikelnummer 17134)
  • Te III, rot, Loknummer 130 (Artikelnummer 17130)


Bei Testbeginn und der Erstellung dieses Beitrages waren die meisten Exemplare des ersten Bauloses  bereits vergriffen, wir hatten Glück noch ein Testexemplar zu ergattern. Weitere Exemplare sollen aber je nach Bestelleingang gefertigt werden, wobei auch Privatbahnausführungen möglich sind. Ins «uferlose», so Manfred Hammerschmid, will man das Spiel aber nicht treiben um die Exklusivität, die ein Kleinserienmodell immer noch bieten soll, nicht zu gefährden. Das Modell ist ausschliesslich bei Hammerschmid Präzisionsmodelle (www.hammerschmid.de) im Bayerischen  Weilheim erhältlich.

Verpackung und Betriebsanleitung

Das Kleinserienmodell ist in einem noblen Holzschächtelchen «standesgemäss» untergebracht. Die  dunkel, im Mahagoni-Look gehaltene Schachtel ist mit dem goldenen Schriftzug «hammerschmid»  versehen, der einen ersten dezenten Hinweis auf den noblen Inhalt gibt. Das N-Modell des TeIII liegt in weiche Klarsichtfolie eingeschlagen in einer viereckigen Öffnung in feinporigem Schaumstoff. Eine  rechteckig, so gross wie die Holzschachtel, ausgeschnittene Platte aus dem gleichen Material deckt  das Modell von oben ab. Beim Schliessen und verriegeln des Verpackungsdeckels übt diese Platte  einen gewissen Druck von oben aus, um das Modell zusätzlich gegen hin- und herrutschen zu sichern. Die voluminöse Holzschachtel bietet so einen sehr guten Schutz für das edle Kleinserienmodell. Dem  Rangiertraktor liegt ein Zertifikat mit der Seriennummer und einigen Informationen über Vorbild und  Modell des TeIII bei. Der Hersteller verspricht eine zweijährige Garantie ab Kaufdatum.

Mechanisches

Das Modell ist weitgehend aus Metall gefertigt. Der Rahmen besteht aus im Sandwich-Verfahren der  Länge nach «aufgeschichteten» Metallplättchen. Dieses «Chassis» dient als Basis für die komplette  Mechanik des Modells. Der im Führerhaus-bereich senkrecht stehende Motor treibt mit einer  Schnecke aus Messing das aus feinsten Metallzahnrädern aufgebaute Getriebe an. Dieses versorgt  beide federnd gelagerten Achsen des Modells mit Drehmoment. Laut Hersteller handelt es sich bei  diesem nicht näher bezeichneten Motörchen um einen Vertreter der Gattung Glockenankermotor. Er  ist sehr klein von den Abmessungen her, aber nach Herstellerangaben recht gross in seiner Leistung.  Aus Platzgründen musste auf jegliche Schwungmasse verzichtet werden. Die beiden Antriebszahnräder auf den beiden Antriebsachsen ragen nach unten aus der Getriebeabdeckung heraus, ob hier nur Vitrinenstaub oder auch Schottersteine eindringen können, klärt das Kapitel  «Fahreigenschaften». Der N-Rangiertraktor ist beidseitig mit je einer Kupplung ausgerüstet. Sie steckt  in einer Aufnahme nach NEM 355, was für ein Kleinserienmodell immer noch nicht  selbstverständlich ist. Das bedeutet, die N-Standardkupplung kann sehr einfach gegen handelsübliche Kurzkupplungsköpfe ausgetauscht werden. Mit der passenden, sanft einkuppelnden Fleischmann  Profikupplung (Artikelnummer 9545) ist der Hammerschmid TeIII dann bestens für seine Rangieraufgaben gerüstet. Insgesamt macht die übersichtliche Mechanik des Modells einen  ausgesprochen sauberen, sehr appetitlichen Eindruck.

Elektrisches

Die Elektrik einer so kleinen Lok ist naturgemäss ebenfalls sehr übersichtlich. Schleifer aus Bronzefederblech nehmen den Fahrstrom von den Laufflächen aller vier Rädern ab. Ein in einem Stück pro Lokseite gestaltetes Formteil leitet die Fahrspannung in das Innere der Lok in die unmittelbare Nähe der Anschlussfahnen des Motörchens. Eine Drahtbrücke einerseits und ein Schichtwiderstand mit 25 Ohm andererseits stellen die elektrische Verbindung zum «Triebwerk» her. Die Lötstellen sind äusserst sauber ausgeführt, mein alter Lehrmeister hätte seine pure Freude daran! Für die Umrüstung auf Digitalbetrieb werden im Prospekt und auf der Website «Lötpunkte» versprochen. Dieser Begriff ist sicher etwas hoch gegriffen, aber durch die einfach gestrickte Elektrik des Modells erklärt sich fast von alleine, wo der Decoder angeschlossen werden muss. Der Widerstand sollte bei der Digitalisierung laut Hersteller übrigens beibehalten werden. Apropos Decoder: Zwischen Motor und Dach des Modells findet jeder handelsübliche N-Decoder ausreichend und von aussen unsichtbar seinen Platz.

Die Formgebung

Wolfgang Besenhart ist es ausgezeichnet gelungen, das eigenwillig hübsche Äussere des TeIII in den Massstab 1 zu 160 umzusetzen. Das Gehäuse entstand in einer Kombination aus Weissmetallguss für den Vorbau und Messing für das Führerhaus. Auch der sichtbare Rahmen entstand in Messingbauweise. Die superfeinen Geländer und Griffstangen entstanden aus stabilem Stahldraht, der Vorteil gegenüber Ätzteilen ist neben der relativ hohen Stabilität, die vorbildgetreu runde Form. Die Tritte zu den Rangierbühnen sind aus feinem durchbrochenem (!) Messing gefertigt. Die Pufferbohlen sind mit Nachbildungen der Bremsleitungen und Kupplungshaken verfeinert. Als Tüpfelchen auf dem «i» sind die Puffer federnd ausgeführt. Auf dem Dach thront ein superfeiner Pantograf, aus vielen Einzelteilen aus Metall beweglich zusammengesetzt. Er ist elektrisch ohne Funktion. Diese Hammerschmid-Pantografen, die in den unterschiedlichsten Ausführungen auch einzeln erhältlich  sind, sind trotz ihrer Feinheit für ihre relative Robustheit bekannt. Sie vertragen auch mal einen «Rempler», der im rauen Spielalltag immer vorkommen kann. Hammerschmid empfiehlt die  Ausfahrhöhe des Stromabnehmers für einen Fahrbetrieb auf der Anlage durch Verkleben der Gelenke mit einem Hauch (!) Sekundenkleber zu begrenzen. Nur ein Hauch deshalb damit diese Massnahme auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Feine Dachleitungen stellen die imaginäre elektrische Verbindung zum Inneren der Lok her. Der Führerstand des N-TeIII ist sauber «verglast», die klaren Scheiben geben allerdings den Blick auf die «Führerstands füllende» Modelltechnik frei. Aus Platzgründen musste auf eine Nachbildung des Führerstandes verzichtet werden. Der weisse Spezialmotor blinzelt schon unübersehbar hervor. Beim nächsten Öffnen der Lok, zum Beispiel beim  Digitalisieren, sollte das Triebwerk mit etwas dunkler Farbe unsichtbar gemacht werden. Insgesamt fällt aber die unglaublich saubere Machart des Modells auf. Auch nach Abnahme des Gehäuses stört kein unschönes Klebstoffgeschmiere oder verlaufenes, zu viel aufgetragenes Lötzinn. Hier ein ganz, ganz grosses Kompliment an die Macher des Modells!

Die Farbgebung

Das Modell ist in den richtigen Farben lackiert. Der Farbauftrag ist sauber und hauchdünn ausgeführt. So bleiben die Feinheiten der Form sehr gut sichtbar, mehr noch, sie werden durch den Lackauftrag noch betont. Offensichtlich wurde auf eine Grundierung verzichtet um die Details der Formgebung  nicht «zuzuschmieren». Bei zu viel «Handling» schimmert allerdings an den Kanten schnell das nackte Messing hervor. Hier also Vorsicht und Respekt vor der Feinheit des Modells walten lassen sowie gute Handschuhe dabei tragen! Modelle, speziell Kleinserienmodelle sollten ohnehin nur und ausschliesslich mit Handschuhen angefasst werden. Handschweiss, der sich (neben dem Sabbern) bei Vollblutmodellbahnern schon beim Betrachten dieser «Leckereien» gerne mal einstellt, hat eine zerstörerische Wirkung auf jede empfindliche Modelloberfläche. Die komplette Beschriftung wurde mit speziellen Nassschiebern realisiert.

Die Fahreigenschaften

Seit vielen Jahren wissen wir: Kleinserienmodelle sind nicht nur zum Anschauen gut. Der TeIII von Hammerschmid sollte hier keine Ausnahme machen. Das Modell nimmt sich im Analogbetrieb, ohne eingebauten Decoder, 4 bis 5 Volt bis es mit einem kleinen Rück anfährt. Die Geschwindigkeit des N-Traktors ist nach dem Anfahren nicht gut zu regeln, es registriert die kleinste Spannungsänderung mit vehementen Geschwindigkeitsänderungen. Auch ungewollte Übergangswiderstände an Schienenverbindungen nimmt der TeIII schon wahr. So stellt sich auch beim Fahren stressbedingter Handschweiss ein, es muss permanent nachgeregelt werden. Die Endgeschwindigkeit ist beängstigend hoch, das Modell droht bei voller Fahrt aus einem aus Arnold R4-Kreis (86 cm Durchmesser) zu kippen. Der sonst übliche Test, 15 Minuten «3/4 Vollgas» in beide Fahrtrichtungen, wurde bald und verunsichert abgebrochen. Wir haben uns schlicht und ergreifend nicht getraut! Zum Test haben wir verschiedene handelsübliche «Trafos» ausprobiert, unter anderem auch der «Premiumfahrregler» der Firma Heisswolf. Als wir Manfred Hammerschmid über diese nicht gerade prickelnden Erfahrungen informiert haben, hat er uns einen speziellen Fahrregler der Firma Jörger empfohlen (die Antwort  kam erfreulich schnell noch am selben Tag). Die hohe Anfahrspannung hat er als gewollt bestätigt. Dies sei notwendig um den Halbwellenbereich mancher Trafos zu überbrücken. Na ja – wir hatten schon viele Testkandidaten auf dem «Tisch» aber ein spezielles, vom Lok-Hersteller empfohlenes  Fahrgerät hat es noch nie gebraucht. Dann haben wir den Hammerschmid TeIII digitalisiert, es kam ein Decoder von Lenz, ein SILVERmini+ mit Anschlusslitzen zum Einsatz. Der Einbau war, wie zu erwarten, einfach. Das Gehäuse des TeIII ist von unten mit zwei kleinen Messing-Schlitzschrauben befestigt. Nach dem diese herausgedreht und entfernt sind, lässt sich das noble (Messing-) Blech leicht nach oben abnehmen. Hier ein kleiner Tipp: Führen sie den nicht zu grossen Schraubendreher zwischen Rahmen und Gestänge hindurch, so erreichen Sie die Schräubchen am leichtesten. Wie von  Hammerschmid empfohlen, blieb der 25 Ohm Widerstand erhalten. Der elektrische Anschluss erfolgte über die «Lötpunkte». Wichtig ist noch, dass das Dach des Traktors von innen mit Kunststoffklebeband isoliert wird um Kurzschlüsse zu vermeiden. Mit Decoder an Bord zeigt der TeIII ein ganz anderes, viel gutmütigeres Wesen. Zwar ist die Minimalgeschwindigkeit bei Fahrstufe «1» (von 28) nicht ganz so langsam wie gewünscht, das Regelverhalten des Modells ist aber erfreulich gut. In der Maximalgeschwindigkeit musste der TeIII ordentlich eingebremst werden. Bei einem Einstellbereich von 0 bis 255 (CV 5) wurde die exotische «9» gewählt. Mit dieser Einstellung blieb der Vorwärtsdrang des Modells im ordentlichen Rahmen, ja es kam endlich die erwartete Fahrfreude auf. Aufgrund des präzise gefertigten Fahrwerkes mit federnd gelagerten Achsen ist die Fahrstromaufnahme erstaunlich sicher, trotzdem empfiehlt es sich die Anfahr- und Bremsverzögerung (CV 3 und 4) ganz heraus zunehmen. Das Modellchen befährt alle auf unserer Testanlage verbauten Weichen (Arnold (alt), Fleischmann, Peco, Minitrix) ohne jegliche Beanstandungen. Weder blieb der Winzling stehen noch entgleiste er. Dies, ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Rad- und Achsmasse stimmen. Auch ein Beweis dafür, dass es die sonst üblichen hohen Spurkränze für einen sicheren Fahrbetrieb nicht braucht. Viel wichtiger ist das Einhalten von Massen an den Rädern, des Radabstandes untereinander  auf den Achsen sowie die genauen Ausrundungen der Spurkränze. Eine Ausnahme war, wie erwartet, die  Bogenweiche von Minitrix, aber die setzt ja bekanntlich fast alle kurzen Maschinen ausser Gefecht, auch unser Testkandidat bleibt hier stehen. Die Zugkraft, dem   Leistungsgewicht von 23 Gramm sei Dank, reicht für die gestellten Aufgaben aus, ein aus vier zweiachsigen Güterwagen bestehender Kurzgüterzug wurde problemlos auch über eine mit drei Prozent steigende Strecke gezogen. Diese erfreulichen Fahreigenschaften zeigte der digitalisierte  Hammerschmid TeIII dann übrigens auch im herkömmlichen Gleichstrombetrieb.

Fazit

Der Rangiertraktor TeIII von Hammerschmid ist ein wunderschönes Modell. Exakt und sehr sauber gefertigt, absolut fein lackiert und beschriftet. Ein echter Blickfang in der Vitrine, aber auch auf der Anlage. Letzteres zwar nur, wenn man dem Modell einen ordentlichen Decoder gönnt. Erstaunlich ist die sichere Fahrstromaufnahme die das Befahren von Weichenstrassen zum Vergnügen macht. Auch die gute Zugkraft überraschte positiv. Einziger, dafür aber gravierender Kritikpunkt ist der «Spezialmotor», der einfach nicht so recht zu diesem Supermodell und zu modellbahnüblichen Spannungen passen mag. Wir wissen nicht, was dieses Motörchen sonst so (an)treibt, vielleicht bringt es Handys zum Vibrieren. Für dieses wirklich tolle Modell wäre allerdings eine andere Wahl (Faulhaber, Maxon) angesagt und/oder ein serienmässiger, sorgfältig eingestellter Multiprotokoll-Decoder an Bord sehr wünschenswert.

07.09.2014

Digitalisiertes Modell

Bei diesem Modell wurde der gesamte Getriebeblock und auch der Motor ersetzt und so ein fahrfähiges Modell erstellt:

Last Update: 27.09.2016, 21:00