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SBB Medienmitteilungen

Vermischte Meldungen


Aktuelle Meldungen zum Thema Gotthard aus der Tagespresse.

Bahnverkehrsinformation

10.04.2012

Güterzug verfehlt Strasse nur knapp

Bild: Leser-Reporter

von Adrian Müller - Buchstäblich aus den Gleisen geflogen ist am Mittag in Seewen SZ ein Güterzug. Ein Waggon kam erst wenige Meter über der Kantonsstrasse zum Stillstand.

Kurz vor 13 Uhr knallte es in Seewen SZ: Ein Güterwagen durchbrach einen Prellbock, donnerte über das Grasbord und kam erst rund drei Meter über der Kantonsstrasse Immensee-Pfäffikon zum Stillstand. «Ein Riesenglück, dass niemand verletzt wurde. Der Waggon hätte ohne Weiteres auf ein Auto fallen können», sagt Leser-Reporter Hämmerli. So sei etwa durch den Unfall eine Autobahntafel auf die Strasse geschleudert worden. «Alle neun Wagen sind aus den Geleisen gehoben worden», sagt ein weiterer Augenzeuge

Laut SBB-Sprecher Reto Schärli ereignete sich das Unglück auf einem privaten Anschlussgeleise eines Kieswerkes. Der Verkehr auf der Gotthard-Strecke sei durch den Unfall nicht betroffen.

Warum der Güterzug von SBB Cargo nicht rechtzeitig stoppen konnte, ist noch unklar: «Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist», sagt ein Sprecher der Kapo Schwyz zu 20 Minuten Online. Es befände sich aber keine gefährliche Ladung in den entgleisten Wagen. Die Bergungsarbeiten würden demnächst anlaufen. Die Kantonsstrasse und die Autobahnausfahrt Seewen sind gesperrt.

Quelle: 20 Minuten.ch

08.03.2012

Jetzt muss der Felsen gesprengt werden

Bild: Keystone
Bild: Keystone/Sigi Tischler


Die unterbrochene Bahnlinie zwischen Flüelen und Göschenen kann frühestens am Montagmittag wieder geöffnet werden. Bei einem instabilen Berghang droht ein weiterer Felssturz.

 

Die seit Mittwochnachmittag nach einem Erdrutsch unterbrochene Bahnlinie über den Gotthard bleibt bis mindestens Montagmittag gesperrt. Geologen haben den Berghang bei Gurtnellen UR als instabil bezeichnet. Am Samstag soll der Fels gesprengt werden.

Wie die SBB am Donnerstag mitteilten, droht ein weiterer Felssturz. Geplant ist deshalb, das instabile Gestein am Samstag zu sprengen. Anschliessend müssen die Bahngleise geräumt werden. Der Streckenabschnitt zwischen Flüelen und Göschenen könne deshalb frühestens am Montag um 12 Uhr wieder freigegeben werden.

Für die Fernverkehrszüge am Gotthard werden zwischen Arth-Goldau und Göschenen Ersatzbusse eingesetzt. Laut SBB muss mit Verspätungen gerechnet werden. Die Reisenden im internationalen Verkehr werden über die Simplonlinie umgeleitet.

 

Felsbrocken landet auf den Schienen

Am Mittwochnachmittag waren unterhalb des Bahnhofs von Gurtnellen 300 bis 400 Kubikmeter Gestein zu Tal gestürzt. Der grösste Teil wurde von den Schutzbauwerken oberhalb der Gleise aufgefangen. Etwa 5 Kubikmeter Gestein landeten auf den Schienen. Der grösste Felsbrocken ist rund 2 Kubikmeter gross.

Kurz nach dem Felssturz fuhr ein Güterzug von SBB Cargo auf die Steine auf. Weil der Lokführer rechtzeitig die Bremsung einleitete, entstand am Zug kein Schaden. Es wurde niemand verletzt.

Quelle: 20 Minuten.ch

08.03.2012

Gotthardstrecke bleibt bis Montag gesperrt

Von Erstfeld aus gelangten Reisende am Mittwoch im Bus nach Göschenen. Dort mussten sie in den Zug Richtung Süden umsteigen. (Bild: Leser-Reporter)


Die unterbrochene Bahnlinie zwischen Erstfeld und Göschenen kann frühestens am Montagmittag wieder geöffnet werden. Bei einem instabilen Berghang muss erst ein Fels gesprengt werden.

 

Die seit Mittwochnachmittag nach einem Erdrutsch unterbrochene Bahnlinie über den Gotthard bleibt bis mindestens Montagmittag gesperrt. Geologen haben den Berghang bei Gurtnellen UR als instabil bezeichnet. Am Samstag soll der Fels gesprengt werden.

Felsspezialisten besteigen zwichen Intschi und Gurnellen einen Helikopter und begutachten die Felswand oberhalb des SBB Gleiskörpers.(Bild: Keystone)

Laut SBB-Sprecher Reto Schärli ging die Gerölllawine in der Gegend von Gurtnellen auf das Bahntrassee nieder. Verletzt wurde niemand. Auch Fahrzeuge wurden nicht beschädigt.

Bemerkt hat den Erdrutsch der Lokomotivführer eines Güterzuges, als er über einen Stein fuhr. Der Vorfall blieb ohne Folgen für den Zug. Beide Gleise seien beschädigt worden, sagte Schärli. Gleisarbeiter seien vor Ort. Die Reparatur werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

 

«Sicherheit geht vor»

Wegen des unsicheren Terrains muss die Bahnstrecke bis mindestens Montagmittag geschlossen bleiben. Zuerst hiess es, die Strecke könne schon am Donnerstagmittag wieder eingleisig befahren werden. «Sicherheit geht vor», sagte der SBB-Sprecher. «Es fährt kein Zug, bis die Geologen grünes Licht geben.»

Der Streckenunterbruch führt zu Zugsausfällen und Verspätungen. Reisende von und nach Italien müssen die Simplon-Route benützen. Im Kanton Uri verkehren Bahnersatzbusse.

«Die Stimmung ist recht locker», sagt Eric Senn, der im Cisalpino unterwegs war. Man werde nun mit einer vollgestopften S-Bahn nach Flüelen zurücktransportiert und von dort mit Autobussen nach Göschenen, wo dann wieder der Zug warte. Senn rechnet, dass er mit einer Stunde Verspätung im Tessin ankomme. «Aber wir haben mit dem Cisalpino so viel erlebt, da ist dieser Erdrutsch wirklich keine Katastrophe.»

Quelle: 20 Minuten.ch / sda

07.03.2012

Gotthardline bleibt gesperrt

Im Bahnhof Erstfeld ist derzeit Endstation für die Züge Richtung Süden. (Bild: Leser-Reporter)


Wegen eines Erdrutsches zwischen Erstfeld und Göschenen ist die Gotthardbahnlinie derzeit unterbrochen. Es kommt zu Verspätungen und Zugsausfällen.

 

Die Gotthardlinie ist wegen eines Erdrutsches im Kanton Uri für den Bahnverkehr unterbrochen. Es gibt weder Verletzte noch beschädigte Fahrzeuge.

Betroffen ist der jedoch der Verkehr. Der Abschnitt zwischen Erstfeld und Göschenen. Laut SBB-Sprecher Reto Schärli ist ein Gleis der Bahnlinie beschädigt. Auf dem andern Gleis liegt noch ein grösserer Stein; dieses Gleis wird voraussichtlich um 19.30 Uhr wieder geöffnet.

Bemerkt hat den Erdrutsch der Lokomotivführer eines Güterzuges, als er über einen Stein fuhr. Der Vorfall blieb ohne Folgen für den Zug.

Der Streckenunterbruch führt zu Verspätungen und Zugsausfällen. Reisende, die von Zürich, Basel oder Luzern nach Mailand reisen wollen, müssen via Simplon reisen.

«Die Stimmung ist recht locker», sagt Eric Senn, der im Cisalpino unterwegs war. Man werde nun mit einer vollgestopften S-Bahn nach Flüelen zurücktransportiert und von dort mit Autobussen nach Göschenen, wo dann wieder der Zug warte. Senn rechnet, dass er mit einer Stunde Verspätung im Tessin ankomme. «Aber wir haben mit dem Cisalpino so viel erlebt, da ist dieser Erdrutsch wirklich keine Katastrophe.»

Quelle: 20 Minuten.ch / sda

 

Update 19.37

Ein Erdrutsch hat am Mittwochnachmittag die Gotthardbahnlinie im Kanton Uri zwischen Erstfeld und Göschenen verschüttet. Verletzt wurde niemand. Auch Fahrzeuge wurden nicht beschädigt. Die Bahnlinie bleibt mindestens bis Donnerstagmittag gesperrt.

Wie SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, ging die Gerölllawine in der Gegend von Gurtnellen auf das Bahntrassee nieder. Bemerkt hat den Erdrutsch der Lokomotivführer eines Güterzuges, als er über einen Stein fuhr. Der Vorfall blieb ohne Folgen für den Zug.

Beide Gleise seien beschädigt worden, sagte Schärli. Gleisarbeiter seien vor Ort. Die Reparatur werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Zudem habe ein aufgebotener Geologe den Hang als instabil beurteilt. Die Bahnstrecke bleibe deshalb bis mindestens am Donnerstagmittag unterbrochen. Zuerst hiess es, die Strecke könne ab 19.30 Uhr wieder eingleisig befahren werden.

«Sicherheit geht vor», sagte der SBB-Sprecher. «Es fährt kein Zug, bis die Geologen grünes Licht geben.» Am Donnerstagmorgen bei Tagesanbruch werde ein erneuter Augenschein genommen und die Lage neu beurteilt.

Der Streckenunterbruch führt zu Zugsausfällen und Verspätungen. Reisende von und nach Italien müssen die Simplon-Route benützen. Im Kanton Uri verkehren Bahnersatzbusse.

Quelle: 20 Minuten.ch / sda

27.01.2012

Weiterhin Verkehr auf der Gotthard-Bergstrecke

Auf der Gotthard-Bergstrecke wird es auch künftig Verkehr geben. Nach der Neat-Eröffnung soll auch ein Personenzug pro Stunde auf der alten Strecke fahren. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

SBB einigen sich mit den Kantonen Uri und Tessin auf das Basis-Angebot am Gotthard

Die Kantone Tessin und Uri sollen auch nach der Eröffnung der Neat am Gotthard von guten Eisenbahnverbindungen profitieren. Sie haben sich zusammen mit den SBB auf das künftige Bahnangebot geeinigt. Demnach soll auch die Bergstrecke weiter betrieben werden.

(sda/ubl.) Nach der Eröffnung des Basistunnels im Jahr 2016 werden doppelt so viele Bahnreisende die Gotthardroute benutzen wie heute. Die Schnellzüge werden im Halbstundentakt durch den Basistunnel verkehren. Ein weiterer Zug pro Stunde und Richtung wird die Bergstrecke bedienen.

Heute 8000 Passagiere pro Tag
Dies sieht das Basis-Angebotskonzept vor, auf das sich die SBB und die Kantone Uri und Tessin laut einer Mitteilung vom Freitag verständigt haben. Heute benützen durchschnittlich 8000 Passagiere pro Tag die Gotthardroute. Die Gotthardstrecke gehört damit zu den eher schwach ausgelasteten Strecken des Schweizer Schienennetzes. Die SBB gehen davon aus, dass sich diese Zahl mit dem Gotthardbasistunnel auf 16'000 verdoppeln wird.

Der Kanton Uri pochte darauf, dass auch er von den neuen schnellen Verbindungen profitiere und dass die alte Bergstrecke weiter betrieben werde. Das nun erarbeitete Basis-Angebotskonzept entspreche in weiten Teilen den Vorstellungen Uris, aber auch jenen des Tessins, heisst es in der Mitteilung.

International und national
Demnach werden die Schnellzüge im Halbstundentakt durch den Gotthardbasistunnel fahren. Es handle sich dabei um eine internationale sowie eine nationale Verbindung Zürich-Tessin, sagte SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage.

Diese nationalen Schnellzüge werden auch in Uri einen Halt einlegen. Ob dieser fahrplanmässige Stopp bereits ab der Eröffnung des Tunnels möglich sein wird, ist aber noch offen. Pro Stunde und Richtung werden neben den zwei Personenzügen auch sechs Güterzüge durch den 57 Kilometer langen Basistunnel fahren.

Doppelspur-Entscheid noch offen
Die bestehende Bergstrecke wird pro Stunde und Richtung mit einem Zug bedient. Der Entscheid, ob die alte Gotthardstrecke via Göschenen und Airolo weiterhin durchgehend doppelspurig betrieben wird, ist gemäss Schärli noch nicht gefallen.

Quelle: Erschienen in der "Neuen Zürcher Zeitung" am 27.01.2012
Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Zürcher Zeitung

17.05.2011

Gotthard wegen «rauchendem» Cisalpino blockiert

Kurz vor zehn Uhr musste ein Zug zwischen Airolo und Biasca stoppen. In einem Wagen des Cisalpinos kam es zur «Rauchentwicklung». Die Strecke Zürich HB – Mailand ist unterbrochen.

storybild

Notstopp bei Airolo: Aus dem ETR 470 von Zürich nach Mailand stieg am Dienstagmorgen Rauch auf.
Bild: 20 Minuten.ch / Leser-Reporter

Die Linie Zürich HB - Mailand ist zwischen Airolo und Biasca TI unterbrochen. Wie Bilder von Leser-Reportern zeigen, steigt aus einem Wagen des ETR 470 Rauch auf. Der Zug wurde auf der Höhe der Gotthard-Raststätte gestoppt.

Eine dicke Rauchschwade über dem ETR 470 der SBB. Der Cisalpino musste zwischen Airolo und Biasco aufgrund der «Rauchentwicklung» gestoppt werden.

Die SBB schreiben auf ihrer Homepage, dass die Ursache für den Notstopp eine «Rauchentwicklung» sei. Details sind nicht bekannt. Die Strecke wurde zwischen Airolo und Biasca vorläufig gesperrt.

Die Ursache für den Rauch und die Dauer der Störung blieben zunächst unklar. Die SBB waren bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ebenso unklar ist, ob es Verletzte gibt und was mit den Reisenden geschehen ist.

Der Verkehr zwischen Airolo - Biasca wird mit Ersatzbussen aufrecht erhalten, schreiben die SBB weiter.

 

Schrecksekunden erlebten am Dienstagmorgen 70 Reisende im EC 12 von Mailand nach Zürich. Kurz vor zehn Uhr brach plötzlich ein Feuer im zweiten Wagen des ETR 470 auf. In der Folge stieg dichter Rauch auf, wie die Bilder von Leser-Reportern zeigen. Das Zugpersonal stoppte in der Folge den Zug vor Ambri-Piotta und bekämpfte die Flammen mit Feuerlöschern, sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig.

 

Zur Unterstützung rückte ein Lösch- und Rettungszug aus Bellinzona an. Der Brand konnte daraufhin gelöscht und die Passagiere evakuiert werden. Die Reisenden wurden mit dem Rettungszug nach Ambri-Piotta gebracht, wo sie mit Ersatzbussen nach Airolo gefahren wurden. «Verletzt wurde niemand», sagt SBB-Sprecher Ginsig. Die Passagiere hatten ein Riesenglück: Fünf Minuten später wäre der Zug in den Gotthard-Tunnel gefahren, was dann hätte passieren können, daran darf man gar nicht denken.

 

Wieso es zum Feuer im störungsanfälligen ETR 470 kam, ist gemäss SBB unklar. Die Bahnlinie zwischen Airolo und Biasca bleibt vorläufig komplett gesperrt. Der Betrieb wird mit Ersatzbussen aufrechterhalten. Die Störung wird gemäss Ginsig nicht vor 14 Uhr behoben sein.

 

Quelle: 20 Minuten.ch

14.03.2011

Schwertransport am Gotthard

Jeder Zentimeter zählt beim Rekordtransport: SBB Cargo manövrierte vier 180 Tonnen schwere Transformatoren durch den Gotthard.

Der Transformator ist das grösste Stückgut, das den Tunnel je passiert hat. Vier solche Kolosse – 11,2m lang, 3,7m breit und 4,4m hoch spedierte SBB Cargo ins Alpiq-Unterwerk in Lavorgo (TI). Siemens baute die Transformatoren eigens nach den Anforderungen der Bahn und die Firma Felbermayr stellte den Spezialwagen zum Transport bereit. «Wir haben um Zentimeter gefeilt», erklärt Ruth Weingartner, Lichtraumprofilspezialistin von SBB Infrastruktur, nach zwei Jahren Vorbereitung. Die wahre Massarbeit gelang dem SBB Team zwischen Erstfeld und Lavorgo: Eine Handbreite trennte den Transformator im Mühletunnel vor Wassen von der Tunnelwand. Mit 5 km/h manövrierten SBB Cargo-Spezialisten die 120 Meter lange, total 400 Tonnen schwere Zugskomposition in Millimeterarbeit durch diese Schlüsselstelle.

Ruth Weingartner vor dem 180 Tonnen schweren Transformator
Schwertransport durch den Gotthard - der Film von sbbcargovideos

Quelle: SBB Cargo

Weitere Informationen zum Transport direkt bei Alpiq


Quelle: Alpiq

03.01.2011

Das legendäre Krokodil kehrt heim nach Oerlikon

Das Krokodil rostet seit den 80er-Jahren in Erstfeld.
Bild: Sigi Tischler/Keystone

 

Die berühmteste aller Schweizer Lokomotiven kehrt an ihre Geburtsstätte zurück. Läuft alles nach Plan, steht das Krokodil 2012 in Oerlikon.

Seit über fünf Jahren weibelt Thorsten Künnemann bei Ämtern, Organisationen und Privaten für seinen Traum. Er will die legendäre GotthardLok nach Oerlikon holen und in der Nähe ihres einstigen Entstehungsortes aufstellen. Jetzt ist der Evolutionsbiologe, der die Industriegeschichte seines Wohnquartiers lebendig erhalten möchte, seinem Ziel sehr nahe gekommen. In diesen Tagen erhält er die Lok, die bisher vom Verein SBB Historic mündlich versprochen war, als Dauerleihgabe schriftlich zugesichert.

Einfach waren die Verhandlungen nicht. Der 130-Tonnen-Koloss steht beim Bahnhof Erstfeld und ist eines von nur noch wenigen erhaltenen Exemplaren. Die Gemeinde Erstfeld wollte ihr Krokodil zuerst nicht hergeben. Die Lok ist seit den Achtzigerjahren der Witterung ausgesetzt. Sie präsentiere sich in einem schlechten Zustand, sagt Künnemann. Das sei aber kein Problem, weil sie in Oerlikon nur ausgestellt werde und nicht mehr betriebstüchtig sein müsse.

Anwohner freuen sich auf Lok

Die Lok soll möglichst in der Nähe ihres einstigen «Geburtsortes» thronen, der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO). Wo früher die Lokomotivhalle stand, befindet sich jetzt an der Binzmühlestrasse das Gebäude W2 der Überbauung Parkside. Vierzehn mögliche Standorte hat Künnemann gemeinsam mit der Stadt evaluiert.

Übrig geblieben ist ein Flecken bei der Binzmühlestrasse in der Nähe des Max-Bill-Platzes. Nur wenige Meter davon entfernt arbeiteten MFOMitarbeiter in der Lokomotivhalle. Anwohner, Ladeninhaber und Grundstücksbesitzer seien bereits über das Projekt informiert worden und hätten positiv reagiert, sagt Bruno Sidler, SVP Gemeinderat aus Oerlikon. Das Baugesuch wird voraussichtlich im Januar eingereicht.

Schützt das Krokodil

Künnemann schätzt die Kosten für den Transport, die Renovation und das Errichten eines Unterstandes auf rund 800'000 Franken. Wie dieser Unterstand im Detail aussehen wird, ist noch nicht klar. Künnemann schlägt ein transparentes Dach über der Lok sowie eine Ummantelung aus gelochtem Metall vor. Im Gegensatz zum Standort bei Erstfeld muss das Krokodil nicht nur vor dem Wetter, sondern auch vor Vandalen geschützt werden.

Interessierten Gruppen wird die Lok zur Besichtigung offen stehen. Sobald eine Baubewilligung vorliegt, wollen Künnemann und Sidler mit Geldsammeln anfangen. Beide sind zuversichtlich, dass dank Stiftungen, Firmen, der öffentlichen Hand und Privaten die Finanzierung gelingt. Das Krokodil trage viel zur Identifikation des Quartiers bei, sagt Sidler.

Zurzeit klären Künnemann und sein Team ab, wie die tonnenschwere und nicht mehr fahrbare Maschine von Erstfeld nach Oerlikon transportiert werden kann. Möglicherweise wird sie in drei Teile zerlegt und auf Tieflader verfrachtet oder auch als Ganzes auf der Schiene transportiert.

Krokodil ist eine Rarität

Das Krokodil ist nicht nur ein Mythos, sondern auch eine echte Rarität. Weltweit existieren nur noch neun Exemplare, davon sind drei betriebstüchtig. Allen gemeinsam ist, dass sie zwischen 1919 und 1926 in der Maschinenfabrik Oerlikon gebaut worden sind. Viele der 51 produzierten Lokomotiven standen während mehr als 50 Jahren im Einsatz. Von den erhaltenen Krokodilen steht je eines im Verkehrshaus Luzern, in Mendrisio und in Erstfeld, zwei stehen in Deutschland und eines in Österreich.

In Neu-Oerlikon erinnern nur noch wenige Zeugen an die Industriegeschichte des Quartiers. Das Buchstabenkürzel im Namen des MFO-Parks etwa ist eine Reminiszenz an dieses vergangene Zeitalter. Das ehemalige MFO-Direktionsgebäude beim Bahnhof Oerlikon stand vor dem Abbruch, soll jetzt aber gerettet werden. Die Firma spielte im letzten Jahrhundert eine wichtige Rolle in der europäischen Maschinenbauindustrie. Ihre Ingenieure schrieben Eisenbahngeschichte, waren Pioniere in der Wechselstromtechnologie und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung des Schweizer Bahnnetzes.

Quelle: Benno Gasser, Tagesanzeiger vom 03.01.2011

23.06.2010

energeia.

 

Die SBB setzt beim Energiesparen auf Kommunikation


Das Energiesparpotenzial, das durch eine aktive und flüssigere Lenkung des Bahnverkehrs entsteht, beträgt knapp fünf Prozent des Bedarfs an Traktionsenergie der SBB, wie eine vom Bundesamt für Energie mitfinanzierte Studie zeigt. Dies entspricht einer jährlichen Einsparung von rund 90 Gigawattstunden oder dem Stromverbrauch von über 22 000 Schweizer Haushalten. Die SBB bereitet nun mit dem Projekt «Adaptive Lenkung» die Umsetzung dieser Sparmassnahmen vor.

Der Lokomotivführer Hervé Dupont (fiktiver Name) fährt einen Güterzug von Neuenburg nach Biel. Als er das Vorsignal in Chavannes erreicht, das eine Warnung zeigt, verlangsamt er auf 40 Kilometer pro Stunde. Anschliessend muss er den Zug vor dem geschlossenen Hauptsignal vollständig anhalten. Nachdem das Signal die Fahrt wieder frei gegeben hat, kann er erneut auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit beschleunigen.

In unserem Beispiel wäre es auch möglich gewesen, Hervé Dupont vor Cornaux per Mobiltelefon zu informieren, dass die Strecke in Chavannes wegen der Durchfahrt eines Intercity-Zugs erst in der Minute 14 seiner Fahrt frei werde. In diesem Fall hätte der Lokführer seine Geschwindigkeit mit der elektrischen Bremse lange vor Erreichen des Vorsignals in Chavannes auf 60 Kilometer pro Stunde verringern können. Dadurch hätte das Hauptsignal bei der Durchfahrt des Zugs freie Fahrt gezeigt, und der Lokomotivführer hätte erneut auf die Streckengeschwindigkeit beschleunigen können. Dank dieser aktiven Kommunikation zwischen dem Fahrdienstleiter und dem Lokführer hätte das vollständige Anhalten in Chavannes verhindert werden und der Güterzug dadurch 208 Kilowattstunden einsparen können. Dies entspricht der Strommenge, die ein durchschnittlicher Schweizer Haushalt während rund 19 Tagen verbraucht.

 

Verbrauch von 22 000 Haushalten

Dieses fiktive, aber durchaus realistische Beispiel zeigt das Energiesparpotenzial auf einer bestimmten Fahrstrecke auf, das durch eine aktive Verkehrslenkung und flüssigere Fahrweise möglich wird. Übertragen auf den gesamten Bahnverkehr könnte diese Einsparung fast 5 Prozent des Traktionsenergieverbrauchs der SBB erreichen. Das sind in einem Jahr rund 90 Gigawattstunden, was dem Stromverbrauch von über 22 000 Haushalten in der Schweiz entspricht. Dies geht aus einer 2009 fertiggestellten Studie («Verifizierung der Stromeinsparung durch energieeffizientes Zugsmanagement») hervor, die das Bundesamt für Energie im Rahmen seines Forschungsprogramms Elektrizitätstechnologien und -anwendungen mitfinanziert hat.

Diese Forschungsarbeit schloss an eine zwischen 2006 und 2007 von der SBB durchgeführte Studie («Potentialermittlung Energieeffizienz Traktion bei den SBB») an, die ebenfalls vom BFE mitfinanziert worden war. «Anhand der ersten Studie konnte das Sparpotenzial im Bereich der Traktionsenergie für den Bahntransport grob geschätzt werden», erklärt Markus Halder, der Koordinator des SBB-Energiesparprogramms. «Im Rahmen der nun abgeschlossenen Studie ging es darum, dieses Potenzial genauer zu analysieren. Neben der reinen Quantifizierung des Sparpotenzials mit Zuweisung zu den einzelnen Transportarten wurden auch Überlegungen angestellt, wie dieses Ziel in der heutigen technischen und organisatorischen Ausgestaltung des Bahnsystems erreicht werden kann.»

Die Studie geht davon aus, dass der Energieverbrauch am kleinsten ist, wenn die Züge ihre Fahrten möglichst unbeeinflusst von anderen Zügen durchführen können. Dadurch kann unnötiges Abbremsen und Beschleunigen vermieden werden. Zur Bestimmung dieses Sparpotenzials stützte sich die Studie nicht nur auf Informatik-Simulationen, sondern auch auf Analysen konkreter Situationen. Dafür wurden an bestimmten Zügen Messgeräte angebracht und Lokführerbefragungen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass das Sparpotenzial im Personen- Fernverkehr etwa vier bis fünf Prozent und im Regional- und S-Bahn-Verkehr rund ein bis drei Prozent beträgt. Das grössere Potenzial im Fernverkehr hängt mit den höheren Geschwindigkeiten und weniger zahlreichen fahrplanmässigen Halten zusammen. Im Güterverkehr konnte wegen der sehr unterschiedlichen Zugkompositionen kein genauer Wert bestimmt werden. Da die Zugmassen im Güterverkehr aber im Allgemeinen hoch und die Flexibilität bei den Fahrten grösser sind, dürfte das Sparpotenzial erheblich sein.

 

Automatisierung der Kommunikation

Bereits heute findet der im Beispiel beschriebene Informationsaustausch zwischen Fahrdienstleiter und Lokführer so oft wie möglich statt», erläutert Heinz Egli, Projektleiter bei der Betriebsführung der SBB. Dieser Austausch ist aber nicht immer möglich, und er ist nicht die Hauptaufgabe der Verkehrsleiter. «In ruhigen Zeiten ist es kein Problem, Informationen über vereinzelte Fahrplanabweichungen telefonisch zu übermitteln», sagt Egli. «Bei grossen Störungen oder dichtem Verkehr wird es schwierig. » Aber genau in diesen Situationen ist die mögliche Einsparung am grössten. Während dieser Zeiten starken Drucks für die Fahrdienstleiter ist der Lokführer auf sich selbst gestellt und verfügt nicht über die nötigen Informationen, um im Voraus zu wissen, wann er einen Zug kreuzen wird und wann er verlangsamen muss, um ein Abbremsen zu vermeiden. Er bestimmt seine Geschwindigkeit selbst und folgt den Anweisungen der Signale auf der Strecke.

Aus diesem Grund möchte die SBB diese aktive Lenkung des Bahnverkehrs mit Hilfe der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien automatisieren. Das Projekt «Adaptive Lenkung» wird gegenwärtig ausgearbeitet. Mit der Umsetzung, die noch von einem demnächst erwarteten Entscheid der SBB-Geschäftsleitung abhängt, könnte 2011 begonnen werden. «Hinsichtlich der Informatik ist die Realisierung des Projekts ziemlich einfach», sagt Frank Liebermann, der Verantwortliche für das Projekt «Adaptive Lenkung» im Bereich Informatik und Infrastruktur der SBB. Die Umsetzung erfolgt auf Basis des Informatiksystems «Rail Control System », das die SBB 2009 eingeführt hat. Dieses dient der Zuglaufoptimierung und gewährleistet schweizweit durchgängige Datenflüsse über die Ebenen Planung, Dispositionen und Leittechnik hinweg. «Die Schwierigkeit liegt vor allem in der Koordination und Organisation, um beispielswiese alle Züge technisch anzupassen und die Züge aus dem Ausland sowie anderer Unternehmen als der SBB zu berücksichtigen, die nicht dieselben Anforderungen im Bereich der Informationstechnologie haben.»

 

Energieeinsparungen als Nebeneffekt

«Die Energieeinsparung ist für die SBB nicht der Hauptgrund für das Projekt ‹Adaptive Lenkung› », erklärt Halder ganz offen. Die Idee einer automatischen Lenkung zur Verflüssigung des Bahnverkehrs existierte in den Köpfen der Verantwortlichen der SBB-Betriebsführung schon seit langem. Hauptziel ist die Stabilisierung eines der dichtesten Bahnnetze der Welt und die Erhöhung der Kapazität.

Die Energieeinsparung ist ein glücklicher Nebeneffekt dieses Projekts. «Das ist ein weiteres wichtiges Argument für eine raschere Umsetzung», fügt Halder an. «Auch in finanzieller Hinsicht ist dies entscheidend, können doch die Kosten für die Einführung des neuen Systems durch die realisierten Energieeinsparungen ausgeglichen werden. Die für die Energieeinsparung wichtigen Parameter – zügiges Beschleunigen, Antizipieren, um unnötiges Abbremsen zu vermeiden, Einsatz der elektrischen Bremse – werden in der Programmierung des Systems berücksichtigt.»

Quelle: www.sbb.ch

17.05.2010

Stromausfall: Göschenen - Airolo (SBB CFF FFS)

Stromausfall: Zwischen Göschenen und Airolo auf der Linie Arth-Goldau - Bellinzona ist die Strecke für den Bahnverkehr nur beschränkt befahrbar.
Es muss mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden.
Dauer der Störung unbestimmt.

16.44
Endmeldung: Die Störung zwischen Göschenen und Airolo auf der Linie Arth-Goldau - Bellinzona konnte behoben werden.

Die Züge verkehren wieder planmässig.

Quelle: SBB

14.05.2010

SBB Gotthardstrecke unterbrochen

Die Zugstrecke zwischen Airolo und Faido im Tessin musste sicherheitshalber gesperrt werden. Bei Unterhaltsarbeiten ist ein Dienstwagen entgleist.

Ein Dienstwagen ist auf einem wegen Unterhaltsarbeiten gesperrten Geleise um 09.30 Uhr mit einer Achse entgleist. Um sicherzustellen, dass Züge auf dem anderen Geleise nicht gefährdet sind, wurde die Strecke kurzzeitig gesperrt.

Um 10.15 Uhr konnte die Strecke wieder beschränkt freigegeben werden. Bis der entgleiste Dienstwagen wieder auf die Schienen gestellt ist, kann der betroffene Abschnitt des Nebengeleises nur langsam befahren werden. Deshalb muss mit Verspätungen gerechnet werden, erklärte SBB-Sprecher Roman Marti.


Quelle: sda

11.02.2010

Autozüge zwischen Airolo und Göschenen im 12-Minuten-Takt

Wie am Lötschberg sollen Autos und Lastwagen auf die Schiene verladen werden, wenn der Gotthardtunnel in zehn Jahren saniert wird - für 20 Franken pro Auto und 150 Franken pro Lastwagen. Mit diesem Vorschlag will die Alpen-Initiative eine zweite Autoröhre verhindern.

Der Gotthard-Strassentunnel muss in rund zehn Jahren total saniert werden. Um eine Sperrung des Tunnels zu vermeiden, sind immer wieder Forderungen nach einer zweiten Röhre laut geworden. Diesen hat die Alpen-Initiative bereits mit einem Vorschlag gekontert, der nun konkreter wird.

Wie die Alpen-Initiative mitteilte, hat sie mit Fachleuten ein Konzept ausgearbeitet. Kernstück ist eine rollende Landstrasse für Personenwagen - ein Autoverlad wie am Lötschberg.

Die Autozüge sollen im bestehenden Bahntunnel zwischen Airolo und Göschenen im 12-Minuten-Takt verkehren, und der Transport für ein Auto soll wie am Lötschberg 20 Franken kosten. Für den Schienentransport von Lastwagen ist der neuen NEAT-Basistunnel zwischen Erstfeld und Biasca vorgesehen - im 20-Minuten-Takt und für 150 Franken (wie am Brenner-Pass) pro Lkw.

Die Alpen-Initiative geht laut Communiqué davon aus, dass die Kapazitäten ausreichen werden, wenn der Lastwagenverkehr bis 2019/2020 halbiert wird.


Quelle: sda

25.12.2009

Steinschlag lässt Zug am Gotthard entgleisen

Als der ICN auf den Steinhaufen auffuhr, sprang das erste Drehgestell aus den Schienen. (Bild: Leser-Reporter André Sägesser)
Bild: André Sägesser

Auf der Gotthardstrecke zwischen Erstfeld und Göschenen ist ein Intercity-Zug in einen Haufen Steine gefahren, die kurz zuvor auf die Gleise gefallen waren. Eine Achse des vordersten Wagens des Zuges sprang darauf aus den Schienen. Derweil sind auch im Bündnerland mehrere Strecken gesperrt.
Verletzt wurde beim Unfall auf der Gotthardstrecke am Weihnachtsmorgen niemand. An Bord des Intercity-Neigezuges waren nach Angaben von SBB-Sprecher Daniele Pallecchi 50 Menschen. Betroffen war der Frühzug von Chiasso nach Zürich.

Aus Sicherheitsgründen wurde auch das zweite Gleis gesperrt, das aber vom Steinschlag nicht betroffen war. Zur Einschätzung der Gefahrensituation wurde ein so genanntes Felsenteam mit Geologen entsandt. Wie lange die Nord-Süd-Achse gesperrt bleibt, war zunächst nicht klar. Zwischen Flüelen beziehungsweise Erstfeld und Göschenen würden die Passagiere mit Bussen befördert. Züge ab Zürich, Zug, Luzern und Basel Richtung Mailand verkehren via Bern durch den Simplontunnel. Für die Passagiere hat die Bahn eine Telefon- Hotline (0800 99 66 33) eingerichtet.

 

Auf der Gotthardstrecke zwischen Erstfeld und Göschenen ist am Freitag ein Intercity-Zug in einen Haufen Steine gefahren, die kurz zuvor auf die Gleise gefallen waren. Die Strecke war vom frühen Morgen bis um 14.30 Uhr unterbrochen.

Bei dem Unfall sprang eine Achse des vordersten Wagens aus den Schienen, nachdem der Zug auf die heruntergestürzten Steine fuhr. Verletzt wurde niemand. An Bord des Intercity-Neigezuges waren am Weihnachtsmorgen 30 Menschen. Sie wurden von Bussen abgeholt. Betroffen war der Frühzug von Chiasso nach Zürich. Um den entgleisten Wagen wieder auf die Gleise zu heben, musste auch das zweite Geleise vorübergehend gesperrt werden.

Grund für den Steinschlag waren Frostschäden an einer Stützmauer. Diese waren von den starken Temperaturschwankungen der vergangenen Tage verursacht worden. Insgesamt lösten sich rund zwei Kubikmeter Steine. Geologen haben das Gebiet oberhalb des entgleisten Intercity inzwischen untersucht und befürchten keine weiteren Steinschläge. Die Stelle werde aber weiter abgesichert.


Quelle: 20Minuten Online


Neu 29. Juli 2010

Schlussbericht der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe UUS

Tagesschau vom 25.12.2009, 19:30

Tagesschau vom 25.12.2009

15.10.2009

Neat-Tunnelbau lässt Quellwasser in Silenen versiegen

Durch den Bau des Gotthard-Basistunnels der Neat sind in der Urner Gemeinde die Erträge einzelner Quellen deutlich zurückgegangen. Die AlpTransit Gotthard AG (ATG) bestreitet das nicht und will dafür sorgen, dass die Betroffenen nicht auf dem Trockenen sitzen.

ATG-Mediensprecher Ambros Zgraggen bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen Bericht des "Urner Wochenblattes" (UW). Offenbar wurden bereits im letzten Frühling bei einzelnen Quellen von Wassergenossenschaften rückläufige Erträge verzeichnet. Im Sommer verschärfte sich das Problem. Es sei nicht auszuschliessen, dass auch die trockene Witterung zum Ausbleiben von Quellwasser beitrage, so Zgraggen. "Tatsache ist aber auch, dass der Tunnelbau Einfluss auf das Quellwasser hat, dass ein kausaler Zusammenhang besteht." Laut der Zeitung fliessen aus dem sich im Bau befindlichen Basistunnel derzeit pro Sekunde rund 260 Liter frisches Wasser ab. Ein Teil dieses Wassers fehlt der Gemeinde Silenen für die Trinkwasserversorgung. Die Tunnelbaustelle befindet sich direkt unter mehreren Wasserfassungen. Wer vom Wasserausfall betroffen ist, wird jedoch von der ATG mit Wasser versorgt. Man lasse niemanden auf dem Trockenen sitzen, wird Adrian Wildbolz, Abschnittsleiter Gotthard Nord bei ATG, vom Wochenblatt zitiert. Gleichzeitig verhandeln ATG und die Gemeinde Silenen über eine dauerhafte Lösung für die Wasserversorgung. Ein abschliessender Entscheid ist jedoch erst nach dem definitiven Ausbau der beiden Tunnelröhren zu erwarten.


Quelle: sda

05.10.2009

Miststreuer auf Gotthardzubringer


Quelle: Anzeiger für das Oberfreiamt
Quelle: Anzeiger für das Oberfreiamt

02.10.2009

Erdrutsch zwischen Erstfeld und Göschenen

Die Gotthardbahnlinie ist im Kanton Uri von einem Erdrutsch verschüttet worden. Wie die SBB mitteilte, ereignete sich der Rutsch zwischen Erstfeld und Göschenen. Die Bahnlinie ist unterbrochen.

Nähere Angaben waren bei der SBB auf Anfrage nicht erhältlich. Die Reisenden müssen mit Verspätungen, Zugsausfällen und Umleitungen rechnen. Die Dauer der Störung ist unbestimmt.


Quelle: sda

11.08.2009

Totalausfall - SBB fährt Stromversorgung hoch

Nach einem Stromausfall konnte im Tessin während einer Stunde kein Zug der SBB verkehren. Mehrere hundert Personen mussten evakuiert werden. Die Stromversorgung wird derzeit wieder hochgefahren.

Die SBB hat mit dem Wiederhochfahren der Stromversorgung ihrer Strecken im Tessin begonnen. Um 13.35 Uhr sei der Strom wieder eingeschaltet worden, es dauere rund eineinhalb Stunden, bis der Bahnverkehr wieder vollständig aufgenommen werden könne, teilte das Bahnunternehmen mit.

Lahmgelegt wurden neben der Hauptstrecke zwischen dem Gotthardtunnel und dem Grenzübergang Chiasso auch die Zweigstrecken von Bellinzona nach Locarno sowie Luino in Italien. Vier Fernverkehrszüge blieben auf offener Strecke stehen. Sie sollten mittels Lösch- und Rettungszüge in die nächsten Stationen gezogen werden, wie SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz sagte.


Nur die SBB betroffen

Die Regionalzüge (TILO) befanden sich alle in Stationen, die Fahrgäste konnten damit die nicht mehr stromversorgten Züge verlassen. Nicht betroffen sind die anderen Bahngesellschaften im Tessin, also die Strecken Lugano-Ponte Tresa und die Monte-Generoso- Bahn.

Wie Scherz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, laufen Unterhaltsarbeiten an der Hochspannungsversorgung der SBB über den Gotthard. Die Tessiner SBB-Strecken würden daher derzeit im Inselbetrieb lediglich vom Werk am Ritom-Stausee versorgt. Scherz verwies darauf, dass die geplante zweite Versorgungsleitung des Tessins über den Nufenenpass noch im Bau sei.

Erinnerungen an SBB-Blackout

Der Zwischenfall erinnert an den Black-out der SBB vom 22. Juni 2005, als im Zusammenhang mit Unterhaltsarbeiten an der Gotthard- Hochspannungsleitung das gesamte SBB-Netz zusammenbrach. Damals war die Übertragungskapazität der einzigen verbliebenen von drei Leitungen über den Gotthard zu hoch eingeschätzt worden.


Quelle: sda

04.08.2009

Gotthardbahnlinie übersteht Steinschlag am Axen unbeschadet

Die Gotthardbahnlinie entlang des Axen hat den Steinschlag, der am Montagabend auf die Kantonsstrasse niederging, unbeschadet überstanden. Die SBB sperrte die Strecke aus Sicherheitsgründen in der Nacht, konnte den Betrieb am Morgen aber wieder aufnehmen.

Um 6.30 Uhr wurden die Signale wieder auf Grün gestellt. Um 8 Uhr hatte sich der Bahnverkehr wieder so weit eingependelt, dass die Züge ohne Verspätungen verkehrten, wie SBB-Sprecher Reto Kormann auf Anfrage sagte.

Die SBB hatte den Betrieb am späten Montagabend zwischen Arth-Goldau SZ und Flüelen UR eingestellt, nachdem zwischen Sisikon UR und Brunnen SZ Steine auf die Kantonsstrasse niedergegangen waren. Weil die Lage erst bei Tageslicht beurteilt werden konnte, blieb die Gotthardlinie bis Dienstagmorgen unterbrochen.

Zwischen Flüelen und Luzern richtete die SBB einen Bus-Ersatz ein. Ab Flüelen fuhr ein Ersatzzug nach Bellinzona. Die internationalen Züge wurden über Lötschberg/Simplon umgeleitet.

Die Güterzüge, die vor allem nachts verkehren, wurden während der Sperrung auf Ausstellgleisen parkiert. Sie würden nun tagsüber wieder in den Bahnverkehr eingefädelt, sagte Kormann.

Nach anhaltenden Regenfällen hatten in der Nacht Schlammmassen sowohl die Strasse nach Riemenstalden SZ als auch die Axenstrasse verschüttet. Diese Verbindungen bleiben für den Verkehr bis auf Weiteres gesperrt. Die beiden Strassen hatten bereits im Juni nach einem Steinschlag für mehrere Tage gesperrt werden müssen.


Quelle: sda

16.06.2009

NEAT: Erfolgreicher Durchschlag

Quelle: AlpTransit Gotthard

Am 16. Juni 2009 durchbrach die Tunnelbohrmaschine Gabi 1 die letzten Meter Fels von Erstfeld nach Amsteg. Die Maschine legte in nur 18 Monaten eine Strecke von 7,2 Kilometer zurück und ist damit ein halbes Jahr früher als geplant in Amsteg angekommen. Bundesrat Moritz Leuenberger gratulierte den Tunnelbauern vor Ort zu dieser hervorragenden Leistung.

In seiner Ansprache zeigte sich BR Leuenberger über den effizienten Baufortschritt sehr beeindruckt und sprach allen Beteiligten und ganz besonders den Mineuren dafür seinen Dank aus. Die Schweiz beweise mit dem Bau der NEAT, dass sie zu Europa gehöre, indem sie mit Europäern für Europa den längsten Eisenbahntunnel der Welt realisiere. Für die Schweizer Verlagerungspolitik sei die  NEAT zentral, zudem bewundere Europa die Schweiz dafür, dass sie die Schienen-Infrastruktur derart konsequent ausbaue, sagte Leuenberger.

Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung ATG zeigte sich mit dem Durchschlag hoch erfreut. „Der Durchschlag ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein beim Bau der ersten Flachbahn durch die Alpen“, sagte Simoni.

Am 4. Dezember 2007 begann in Erstfeld mit dem Andrehen der Tunnelbohrmaschine der Vortrieb in Richtung Süden. 18 Monate später und ein halbes Jahr früher als geplant erreichte die Tunnelbohrmaschine das Ziel in Amsteg. Der Durchschlag der Tunnelröhre erfolgte mit sehr hoher Genauigkeit. Die Abweichung ist mit weniger als 1 cm horizontal und vertikal äusserst gering.

Die AlpTransit Gotthard AG ist mit den Leistungen beim Bau des Gotthard-Basistunnels sehr zufrieden. Zwischen Erstfeld und Amsteg konnte der zweitletzte von insgesamt vier Durchschlägen gefeiert werden. Damit sind vom 153,5 km langen Tunnelsystem am Gotthard 133 km oder 87 Prozent ausgebrochen. Der Hauptdurchschlag zwischen Sedrun und Faido soll gemäss Bauprogramm Anfang 2011 erfolgen.

Der Feierlichkeiten im Tunnel wurden live im Schweizer Fernsehen übertragen. Für die Bevölkerung besteht am Samstag, 20. Juni 2009 am Tag der offenen Baustelle in Sedrun die Möglichkeit, die Arbeiten am Gotthard-Basistunnel vor Ort zu besichtigen.

Quelle: AlpTransit Gotthard

09.04.2009

Uri und Tessin lancieren Unesco-Kandidatur

 

Die Gotthard-Bahn sowie die historischen Wege über den Pass sollen von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt werden. Die Urner und Tessiner Regierung haben beschlossen, eine entsprechende Kandidatur in die Wege zu leiten.

Die beiden Kantone fordern den Bundesrat auf, die 1882 eröffnete Bahnlinie und den so genannten Weg der Völker auf die Liste derjenigen Objekte zu nehmen, welche das Label "Unesco Weltkulturerbe" verdienen.

Die Aufnahme auf diese nationale Liste sei Grundvoraussetzung, um eine Unesco-Kandidatur lancieren zu können, heisst es in einem Communiqué der Tessiner Regierung. Das Projekt habe das Potential für eine erfolgreiche Kandidatur.

Uri und Tessin befürchten, dass nach der Eröffnung des Neat-Basistunnels die Existenz der alten Bahnlinie via Göschenen und Airolo in Frage gestellt werden könnte. Mit einem Unesco-Label, so die Hoffnung, könnten die Bahnstrecke und die alte Passroute touristisch aufgewertet werden.

Quelle: SDA/ATS

04.09.2008

Gotthard-Bahnstrecke gesperrt

Die Gotthard-Bahnstrecke ist nach einem fast eintägigen Unterbruch wegen eines Unfalls seit dem späten Abend wieder offen. Ab 23.30 Uhr seien wieder erste Postzüge unterwegs.

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27.12.2006

Die Gotthardbergstrecke als Weltkulturerbe der UNESCO?


Seit einiger Zeit wird die mögliche Kandidatur der Gotthard-Bergstrecke als UNESCO-Weltkulturerbe thematisiert. Der Lenkungsausschuss für das 125-jährige Jubiläum der Gotthardbahn wünscht daher bis Ende 2006 einen Bericht über die Chancen und Risiken einer Kandidatur. Für die Regierungen der Kantone Uri und Tessin sowie die Geschäftsleitung und das Generalsekretariat SBB ist darzulegen, ob im Jubiläumsjahr 2007 eine Kandidatur lanciert werden kann und soll. Die genannten Instanzen entscheiden über das weitere Vorgehen. Die beauftragte Arbeitsgruppe kommt zum Schluss, dass eine Kandidatur inhaltlich gerechtfertigt ist. Die Chancen können als gut bezeichnet werden. Voraussetzung dafür ist aber ein thematisch klares Profil. Dieses soll sich von der laufenden Kandidatur für die Albula- und Berninastrecke unterscheiden. Ein inhaltlich und zeitlich sorgfältig abgestimmtes Vorgehen ist bedeutsam und sollte möglich sein. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, die Kandidatur am Gotthard auf das Thema der so genannten «culture route», die historische Transitachse, auszurichten, die über ihre Verkehrswege Träger des kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Austausches zwischen dem Norden und Süden Europas war und ist. Die 1882 in Betrieb genommene Gotthard-Bergstrecke ist darin eines der herausragenden Elemente mit technikgeschichtlich überragender Bedeutung. Sie ist ein Meisterwerk kreativen menschlichen Schaffens des 19. Jh. und markiert bezüglich Ingenieurtechnik und unternehmerischem Pioniergeist weltweit einen Höhepunkt. Das Bundesamt für Kultur BAK unterstützt die Kandidatur unter der genannten Voraussetzung. Die «liste indicative» des Bundesrates kann zu gegebener Zeit relativ formlos ergänzt werden. Eine finanzielle Unterstützung des BAK für die Kandidatur kann erwartet werden. Aufgrund der bestehenden Abfolge der Kandidaturen ist eine Aufnahme in die Welterbeliste nicht vor 2010 oder 2011 möglich. Mit den Arbeiten könnte aber begonnen werden. Die Projektleitung ist bei den Kantonen anzusiedeln. Der vorliegende Bericht basiert auf der ersten Konsultation zugänglicher Unterlagen und Gesprächen mit informierten oder zuständigen Personen. Daraus ergibt sich ein erstes Bild zu möglichen Szenarien. Aus systematischen Gründen wird empfohlen, das Projekt etappiert zu bearbeiten. Es soll eine Vor- und Hauptphase umfassen. In der Vorphase wird die konkrete Machbarkeit und das Profil der Kandidatur vertieft geklärt, unter Beizug von internationalen Fachexpertenmeinungen, so dass danach die Kandidatur mit einer gewissen Sicherheit endgültig lanciert werden kann. Die Hauptphase wird die Arbeiten für die endgültige Kandidatur umfassen. Es ist anzustreben, die Kosten auf die Kantone Uri, Tessin, die SBB und das BAK zu verteilen. Das in ein Weltkulturerbe einzubeziehende Gebiet ist sorgfältig zu definieren. Es soll die wichtigen Elemente beinhalten, aber nicht zu weit gefasst sein. Gewisse Risiken sind zu beachten: Während der Bearbeitung ist vorsorglich darauf zu achten, dass keine Eingriffe in die historisch relevante Substanz vorgenommen werden, die die Vorlage bei der UNESCO gefährden. Für den Betrieb und Unterhalt der Bergstrecke selbst aber dürften sich bei einer Kandidatur keine grösseren Probleme ergeben, als sie bei Beachtung der gesetzlichen Sorgfaltspflicht heute schon bestehen. Wichtig ist der Aspekt des künftigen Betriebes, der durch die SBB unter Voraussetzung der Bestellung von Bund und Kantonen durchgeführt wird und verkehrspolitische Grundsatzentscheide dies abstützen.

Quelle: SBB, Denkmalpflege Kt. Uri und Amt für Raumentwicklung Kt. Tessin

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24.08.2005

Gotthard-Linie noch immer unterbrochen


Infolge der Hochwasser und Erdrutsche verkehren auch heute nicht alle SBB-Züge fahrplangemäss. Noch immer sind einzelne Strecken des SBB-Netzes für den Bahnbetrieb gesperrt. Insbesondere der Streckenunterbruch zwischen Brunnen und Sisikon behindert den Personen- und den Güterverkehr massiv: Gesperrt sind unter anderem:- Gotthardlinie, zwischen Zug und Arth-Goldau sowie zwischen Brunnen und Erstfeld. Fieberhaft wird gearbeitet, damit die wichtige Nord-Süd-Achse wieder befahrbar wird. Reto Holzgang berichtet.

Schweiz aktuell vom 24.08.2005

14.08.2005

Die Gotthardstrecke - das alte Eisen?

Typisches Kabelhäuschen an der Gotthardstrecke. (Bild: SBB)
Typisches Kabelhäus-chen an der Gotthard-strecke. (Bild: SBB)


Die Gotthardstrecke mit ihren berühmten Kehrtunnels hat einen hohen historischen Wert. Noch ist nicht entschieden, was nach der NEAT-Eröffnung geschieht.

Der Architekt Karl Holenstein erstellt für die SBB ein Inventar der Bauten. Eine Aufnahme ins Unesco-Kulturerbe wird diskutiert.

Holenstein verbrachte in den vergangenen Monaten einen grossen Teil seiner Zeit damit, die Strecke abzugehen und ein Inventar der Architektur- und Ingenieurobjekte zu erstellen.

Das Inventar ist ein Pilotprojekt für ein landesweites Inventar der schutzwürdigen Objekte der SBB. Initianten waren das Bundesamt für Kultur sowie die Kantone Uri und Tessin.

Seine Arbeit dient dazu, festzustellen, ob es sich lohnt, die bisherige Gotthardlinie nach der Fertigstellung des Basistunnels der Neuen Eisenbahn-Alpen-Transversale (NEAT) weiterzuführen. Die Eröffnung des Basistunnels ist zwischen 2015 und 2017 vorgesehen.

Zur Diskussion steht das Projekt, die ganze Region in das Weltkulturerbe der Unesco, der UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur aufnehmen zu lassen.

Holensteins Feldarbeit für ist nun getan, das Endprodukt wird ein Katalog mit Einzelblättern sowie eine DVD über die Gotthardlinie sein.

Jedes Gebäude hat seine Geschichte

Das architektonische Inventar enthält Gebäude entlang der Linie von Kilometer 40 bis Kilometer 110, nicht aber die Kehrtunnels der Nord- und Südrampe und auch nicht den Gotthardtunnel.

Das Inventar umfasst Gebäude wie Bahnhöfe, Güterschuppen, Depots, Kraftwerke, Unterhaltsräume, Kabelschuppen, Verwaltungsgebäude, Schulen und Unterkünfte.

Für das Inventar der Ingenieurbauten prüfte Holenstein Böschungs-Mauern, Brücken, Wasserleitungen, Über- und Unterführungen sowie Tunnels.

"Eine der Herausforderungen dieser Arbeit war es, nicht nur den gegenwärtigen Zustand der Objekte zu registrieren. Wir brauchen auch Hintergrundinformationen, und deshalb gingen wir sehr ins Detail", erklärt Holenstein gegenüber swissinfo.

"Neben dem heutigen Zustand schauten wir uns auch die Archive genau an, um zu wissen, wie alles am Anfang aussah, als die Objekte gebaut wurden, und wie sich diese über die Jahre entwickelt haben."

Der Katalog und die DVD werden den SBB, den Kantonen Uri und Tessin sowie den Bundesbehörden die Grundlagen liefern, um zu entscheiden, was besonders erhaltenswert ist.

Gefährdetes Symbol "Kabelbude"

Laut Holenstein sind die architektonischen Besonderheiten der Linie nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen: "Die überall anzutreffenden typischen Bahnhöfe sind faszinierend und wurden sehr sorgfältig geplant.

Eine weitere Besonderheit der Jahre 1920 bis 1930 sind die so genannten "Kabelbuden", die entlang der Linie alle 800 Meter auftauchen. Die kleinen Gebäude schützen die Kabelenden vor der Witterung.

Die Kabel dienten der Kommunikation, wurden aber mit dem Aufkommen der Funk- und Satelliten-Technik mehr oder weniger überflüssig.

Laut Holenstein sind die Gebäude gefährdet, wenn die Kabel einmal gar nicht mehr gebraucht werden. "Meiner Ansicht nach sind die 'Kabelbuden' absolut schützenswert. Sie sind aber zur Zeit stark gefährdet. Für die Reisenden sind sie eine Art Symbol der Gotthardbergstrecke."

Der Druck der Felsmassen

Und dann ist da der Gotthardtunnel selber: "Eigentlich ist er ein Gebäude. Er ist faszinierend, aber für Reisende sehr schwer als solches zu erkennen."

Holenstein beschreibt, wie sich wegen der Feuchtigkeit, die eine Besonderheit dieses Tunnels ist, die Fenster der Bahnwagen beschlagen.

"Wenn man die Möglichkeit hat, im Tunnel anzuhalten und hinauszugehen, fühlt man den Druck der Felsmassen über dem Tunnel viel stärker als im Zug", führte er aus.

Rückbau auf eine Spur?

"Wir sind überzeugt, dass die ganze Kulturlandschaft um den Gotthard herum ins Unesco Weltkulturerbe aufgenommen werden sollte. Das heisst, wir müssen all die Veränderungen anschauen, die es in der Region gab. Und ebenso die verschiedenen Transportarten über die Alpen im Verlauf der Geschichte."

Es ist zwar noch verfrüht, um sagen zu können, was mit der Bergstrecke geschieht, wenn der neue Basistunnel dereinst offen ist. Karl Holenstein jedenfalls ist optimistisch, dass sie weiter geführt wird.

"Persönlich bin ich absolut überzeugt, dass die Gotthardberglinie weitergeführt wird. In welcher Form genau, ist noch offen. Vielleicht wird die Doppelspur auf eine Spur zurückgebaut. Wenn die SBB eine Alternativroute für Güterzüge wollen, oder wenn es ein Problem mit dem Basistunnel gibt, wäre es vernünftig, die Linie doppelspurig weiterzuführen."

Quelle: swissinfo, Robert Brookes
24.03.2005

Lok-Brand auf der Gotthard-Strecke


Brand auf der Gotthard-Strecke: Aus noch unbekannten Gründen geriet gestern abend zwischen Arth-Goldau und Steinen die Lokomotive eines Güterzuges in Brand. Ein Beitrag von Geri Holdener und Arthur Honegger.

Schweiz aktuell vom 24.03.2005
12.04.2001

Zugunglück am Gotthard


Nachtzug von Mailand nach Brüssel entgleist in Rodi-Fiesso

Schweiz aktuell vom 12.04.2001
Last Update: 10.04.2012, 17:00
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